Nov 042013
 

sterben zuhauseDie häusliche Versorgung eines Sterbenden ist für die Familie oft eine neue Herausforderung. Denn häufig fehlt es an Vorerfahrungen oder medizinisch-pflegerischem Wissen. Wird eine aufwendige häusliche Versorgung unvorbereitet begonnen, besteht die Gefahr, dass sich Helfer überfordern, ausbrennen oder selber krank werden. Große Not kann auch entstehen, wenn Erkrankte keine ausreichende Linderung ihrer Symptome erfahren oder Versorgungsengpässe zu belastenden Krankenhausaufenthalten führen. Schließlich ist es tragisch, wenn die Familie durch eine lange Pflege in soziale Isolation oder finanzielle Nöte gerät.

Solche Entwicklungen müssen nicht sein! Es gibt viele Hilfen auf die Angehörige bei der häuslichen Versorgung eines Schwererkrankten zurückgreifen können. Wer, wo und wann hilft, was Hilfe kostet und was einen kompetenten Helfer ausmacht, erfahren Betroffene durch professionelle, kompetente Beratungen. Es empfiehlt sich rechtzeitig wegweisende Beratungen in Anspruch zu nehmen. Viele Beratungen sind kostenfrei. Manche Berater kommen auch nach Hause. Hier nennen wir beispielhaft einige Möglichkeiten:

Wegweisende Beratungen für den Verbleib in der Häuslichkeit

Ambulante Hospizdienste

Ambulante Hospizdienste können eine erste Anlaufstelle sein, wenn es gilt, sich einen Überblick über die pflegerischen und ärztlichen Versorgungsangebote in der Region zu verschaffen. Zudem beraten die dort arbeitenden Hospizkoordinatoren zu allen Fragen rund um die persönliche Abschiedssituation und die häusliche Versorgung. Sie weisen auf weiterführende Hilfen und Beratungsangebote hin und organisieren geschulte Hospizler, die ehrenamtlich unterstützen.

Die Beratung ist kostenlos und kann auch zuhause stattfinden. Hospizvereine und das Internet geben Auskunft über den nächstgelegenen Hospizdienst.

Pflegekasse und Pflegedienste

Die Pflegekasse ist ein weiterer wichtiger Ansprechpartner. Sie informiert über Rechte und (finanzielle) Hilfen, wenn es um Pflegebedürftigkeit geht, und beantwortet Fragen zum Thema Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel. Auch informiert die Pflegekasse über Kurse, in denen Angehörige im Umgang mit Krankheitssymptomen und pflegerischen Verrichtungen geschult werden. Solche Kurse finden zum Beispiel in Angehörigenschulen statt.

Pflegestützpunkte sind geeignete Anlaufstellen, wenn es um die Ausstattung im Pflegefall geht oder wenn ein geeigneter ambulanter Pflegedienst gefunden werden soll.

Ambulante Pflegedienste beraten ganz konkret zur geplanten pflegerischen Versorgung. SAPV-Teams beraten darüber hinaus zu Fragen der spezialisierten, ambulanten, palliativen, ärztlichen und medizinischen Krankenversorgung. Diese Teams bestehen aus Fachärzten und Krankenpflegekräften, die eine medizinisch-pflegerische Versorgung rund-um-die-Uhr zuhause und im Pflegeheim ermöglichen.

Ehrenamtliche Vereine und weitere Ansprechpersonen

Vereine wie Barrierefrei Leben e.V. beraten zum Thema Wohnraumanpassung, wenn zum Beispiel das Bad umgebaut werden muss. Betroffene mit bestimmten Diagnosen wie Krebs und Multiple Sklerose können sich an spezialisierte Beratungsstellen für diese Diagnosen wenden. Dort findet meist auch eine Sozialberatung statt, die helfen kann soziale Härten abzumildern oder bürokratische Hindernisse zu überwinden.

Rechtliche Beratung bietet auch der Sozialverband VdK an, ebenso die Verbraucherzentralen, die auch über ein großes Sortiment an Ratgebern verfügen.

Nicht zuletzt ist der Hausarzt eine wichtige Ansprechperson, wenn er die betroffene Familie schon langjährig begleitet hat.

Selbsthilfegruppen

Schließlich seien die unverzichtbaren Selbsthilfegruppen genannt, die es in großer Vielzahl für Erkrankte und Angehörige gibt. Hier helfen sich Betroffene untereinander, tauschen Erfahrungen und Tipps aus und entlasten sich durch Gespräche.

Ergänzend zu Fachberatungen unterstützt die Checkliste Sterben zuhause, wie kann das gelingen?