Feb 032014
 

Sollte ich Sterbebegleiter werden?

ehrenamtlich arbeitenInteressenten, die ehrenamtlich im Hospizbereich arbeiten und Sterbebegleiter werden möchten, sollten sich gut auf dieses Ehrenamt vorbereiten. Eine gute Vorbereitung beinhaltet drei wesentliche Schritte.

Betrachten Sie zunächst Ihre aktuelle Lebenssituation. Überlegen Sie, ob ein Ehrenamt in Ihr Leben passt. Auch die Wahl des Ehrenamtes muss stimmen! In einem nächsten Schritt sollten Sie also herausfinden, ob das Thema Sterbe- und Trauerbegleitung (zum jetzigen Zeitpunkt) in Ihr Leben passt. Diese Frage können Sie mit Hilfe der unten stehenden Checkliste klären.

Abschließend steht die Überlegung an, bei welchem Hospizverein oder Träger Sie tätig werden möchten. Fragen Sie sich, ob diese Einrichtung zu Ihnen passt. Bei dieser Entscheidung könnten der Anfahrtsweg, die Trägerschaft (konfessionell ungebunden oder gebunden), das Konzept und letztlich auch die Atmosphäre des Hauses ausschlaggebend sein und ob das Zwischenmenschliche mit den Ansprechpartnern (Hospizkoordinatoren) stimmt, ist ebenfalls wichtig wenn Sie ehrenamtlich arbeiten wollen.

Checkliste „Hospiz- ein Ehrenamt für mich?“

Wenn Sie überlegen, ehrenamtlich als Sterbebegleiter zu arbeiten, sollten Sie die Fragen der Checkliste mit ja oder richtig beantworten können. Vorweg sei gesagt, dass die Fragen keine allgemeingültigen Kriterien darstellen. Wenn Sie Fragen, die Sie verneinen mussten, offen mit den Hospizkoordinatoren besprechen, können Sie Ihre Entscheidung gründlich und sicher abwägen:

  • Verfügen Sie über Freizeit, die Sie für Ihre eigene Erholung verwenden?
  • UND verfügen Sie darüber hinaus über nicht verplante Zeit, die Sie in den Dienst anderer stellen können? (Zum Beispiel: Sie können wöchentlich eine Zeitspende von ein bis zweimal 1 ½ bis 3 Stunden anbieten.)
  • Können Sie dem Hospizverein Ihre Zeitspende regelmäßig und zuverlässig über einen längeren Zeitraum anbieten? (Zum Beispiel: Sie können sich auf eine mindestens ein jährige Mitarbeit festlegen, in dem Sie nur die üblichen Ausfallzeiten durch Urlaub und Krankheit haben)
  • Wird Ihr Leben voraussichtlich in den nächsten 1-2 Jahren „in ruhigen Bahnen“ verlaufen? (Zum Beispiel: Sie planen keine großen berufliche oder private Projekte. Sie werden nicht die Pflege eines Angehörigen übernehmen.)
  • Sie möchten sich nur in einem mitmenschlichen Ehrenamt engagieren. (Zum Beispiel: Sie haben nicht bereits ein Ehrenamt als Telefonseelsorgerin oder versorgen hilfsbedürftige Nachbarn.)
  • Sie sind emotional gefestigt. Sie haben den Schmerz über eigene Verluste im Rahmen der Möglichkeiten überwunden. (Zum Beispiel: Sie befinden sich nicht in akuter Trauer durch Todesfälle, Scheidung, Arbeitslosigkeit oder andere schwerwiegende Verluste.)
  • Lebensumbrüche, die zu bewältigen sind, erwarten Sie nicht. (Zum Beispiel: Verrentung, Wechsel im Beruf, Eltern- oder Großelternschaft…)